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Künstliche Intelligenz

Alle reden über Künstliche Intelligenz (KI). Aber obwohl dieser Begriff stark emotional aufgeladen ist, hat kaum jemand wirklich eine klare Vorstellung davon, um was es dabei geht. Die einen sehen KI als Menschheitserlöser, die anderen fürchten sich vor einer drohenden Übermacht der Maschinen. Beide Sichtweisen sind nicht geeignet, um die Anwendung von KI im unternehmerischen Kontext produktiv anzugehen. Dazu sind neben generellem Verständnis von KI vor allem Vorstellungen und Ideen nötig, was mögliche Verwendungszwecke im eigenen Unternehmen angeht. Wer die Digitalisierung meistern will, sollte menschliche und maschinelle Intelligenz konstruktiv miteinander verknüpfen. Die Zukunft gehört der Allianz von Mensch und Maschine.

“Künstliche Intelligenz ist die neue Elektrizität.“

Andrew NG

Der KI-Hype

Wir leben im Zeitalter der KI-Inflation. Wo man hinschaut, sehen sich Menschen als KI-Nutzer, verwenden KI-Tools und entwickeln KI-Lösungen. Doch nicht jeder, der mit Algorithmen arbeitet oder die Summen-Funktion von Excel anwenden kann, ist automatisch ein Early-Adopter in Sachen KI. Diese allgegenwärtige Nutzung des Begriffs offenbart vor allem eine tiefe Unwissenheit um seine tatsächliche Bedeutung.

Dazu kommt der reflexhafte Versuch, mitzuhalten. Denn wer nicht beim KI-Hype dabei ist, ist von gestern und hat keine Ahnung. Aber bewusst auf KI zu verzichten, muss eben nicht dumm sein – vorausgesetzt, man hat das Thema begriffen und die Einsatzszenarien für das eigene Business durchgespielt. Auf der Basis valider Informationen eine Entscheidung gegen eine Technologie zu treffen, die zwar extrem faszinierend, aber für das eigene Geschäft noch irrelevant ist – das ist organische Intelligenz.

 

Europäische Pioniere

In Europa befinden sich Unternehmen, die noch nicht auf den KI-Zug aufgesprungen sind, in guter Gesellschaft. Insbesondere die Unternehmen des Mittelstandes kämpfen mit ähnlichen Problemen: Die Datenbasis ist noch nicht glattgezogen, der Return-of-Invest ist unsicher und eine Anpassung interner Prozesse erscheint weniger als Chance, sondern eher als notwendiges Übel. Darüber hinaus geht es beim Thema KI in kleineren Betrieben immer auch um Kapazitäten und Kosten.

Aber es gibt natürlich auch Pioniere, die bereits deutlich weiter sind und KI im operativen Geschäft einsetzen. Zu ihnen gehört unter anderem die Automobilindustrie, der unter dem Innovationsdruck von Mitbewerbern und Tech-Konzernen wie Tesla und Google auch gar nichts anderes übrig bleibt. Diesen Druck spüren auch angrenzende Branchen. So betreiben Zulieferer ebenfalls KI-Forschung und versuchen, ihre Erkenntnisse in Produkte und Services zu überführen.

 

Der Faktor Zukunft

Künstliche Intelligenz wird sich in vielen Bereichen durchsetzen, weil sie einen entscheidenden ökonomischen Faktor aufweist: Sie verbilligt Prognosen. Im Unterschied zur „Datenverarbeitung“ schaut KI in die Zukunft. KI kann die Bewegung eines Autos prognostizieren und die Wahrscheinlichkeit einer Kollision reduzieren. Sie kann Millionen von Bildern nach Krebsanzeichen durchsuchen oder den Ausfall von Systemen und Maschinen voraussagen. KI kann zeigen, welche Kunden wie angesprochen werden müssen und prognostizieren, welche Rohstoffe und welche Lebensmittel einen gesundheitlichen Mehrwert für einzelne Menschen haben.

Abb. 1: Machine Learning, ein Oberbegriff für die Mehrheit der aktuellen KI-Lösungen, ist für Unternehmen vor allem ein Prozessoptimierer (Grafik: Crisp Research/UBM)

Diese prognostische Kompetenz erleichtert die Entwicklung komplexer Systeme. KI-Systeme können dazu beitragen, industrielle Produktionsabläufe radikal zu verbessern. KI optimiert Innovationsprozesse, assistiert bei der Zukunftsentwicklung von Lebensmitteln und trägt auf diesem Weg dazu bei, die Gesundheit von Millionen von Menschen zu erhalten.

 

Jobkiller? Jobshifter.

Künstliche Intelligenz wird uns helfen, repetitive und monotone menschliche Tätigkeiten überflüssig zu machen. Damit führt sie einen Prozess fort, der bereits mit der Industriegesellschaft begann. Der wird allerdings nicht linear oder quantitativ erfolgen, im Sinne eines „Wegnehmens von Arbeitsplätzen“. Stattdessen wird eine ständige Verschiebung stattfinden – von unkreativen in kreativere, von isolierten in kommunikativere Tätigkeiten. Solch eine Entwicklung verursacht innerhalb einer Gesellschaft zwar Stress, eröffnet aber auch viele Möglichkeiten, die vorher unter Routinen verborgen waren.

 

Zum Beispiel können traditionelle Berufe wieder zu ihren Ursprüngen zurückfinden: Ärzte können wieder Empathie ausüben, statt Patienten zu verwalten. Produktentwickler können wieder mit den Händen gestalten, statt Dokumentationen zu pflegen. Einkäufer haben wieder Zeit auf Messen nach Innovationen zu suchen, statt Einkaufskontrakte auszufüllen. Verkäufer handeln wieder, statt zu kalkulieren. Die neuen Berufe werden ganz entschieden dazu beitragen, wieder mehr menschliche Kreativität freizusetzen. Das führt uns wieder zur Kernfrage zurück: Mit welcher intelligenten Nutzung Künstlicher Intelligenz sollten wir uns als Müller als erstes auseinandersetzen?

 

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