Moonshot _ 13

Blutzucker-spitzen

Achterbahnfahren ist ein großer Spaß. Aber den ganzen Tag? Nein, danke! Das ist einfach nur anstrengend. So ist es auch mit der Blutzucker-Achterbahn: Sie weckt den Wunsch nach Süßem, löst Stimmungsschwankungen aus, raubt uns Energie und Konzentrationsfähigkeit und führt sogar zur Gewichtszunahme. Verantwortlich für den Anstieg des Blutzuckers sind Kohlenhydrate.

Kurz nach der Aufnahme kohlenhydrathaltiger Lebensmittel steigt der Blutzuckerspiegel an, weil Glukose aus der Nahrung ins Blut übergeht. Anschließend wird die Ausschüttung von Insulin stimuliert. Insulin beeinflusst auf vielfältige Weise den Glukose- und Fettstoffwechsel (s. Abb. 1) und sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut von den Körperzellen aufgenommen wird.

Als Folge sinkt der Blutzuckerspiegel wieder. Sinkt er allerdings zu stark, bekommen wir Heißhunger auf Kohlenhydrate und der Kreislauf beginnt von vorn. Wäre es nicht toll, wenn man die Verstoffwechselung der Kohlenhydrate verlangsamen könnte, sodass die Blutzuckerantwort nur moderat erfolgt?

Abb. 1: Die Regulierung des postprandialen Blutzuckerspiegels

“Ich esse nicht einfach nur Schokolade. Ich gebe Kalorien ein Zuhause.“

Wie Zucker krank macht

Kohlenhydrate sind er einzige Grundnährstoff, der den Blutzuckerspiegel direkt beeinflusst. Damit sind sie nicht nur wichtig für die Energiegewinnung, sondern werden auch mit vielen Krankheiten in Verbindung gebracht, bei denen ein erhöhter Blutzuckerspiegel eine Rolle spielt (s. Abb. 2).

Abb. 2: Krankheits-Assoziationen von erhöhtem Blutzucker nach einer Mahlzeit

Zahlreiche gesundheitliche Probleme haben zumindest mittelbar mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel zu tun. Denn Zucker und seine Abbauprodukte führen langfristig zu Schäden an diversen Zellen. Eine Diabetes-Erkrankung schädigt den gesamten Körper und erhöht damit das Risiko zahlreicher Folgekrankheiten.

Diabetiker leiden früher an arteriosklerotischen Gefäßveränderungen und die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls ist bei ihnen doppelt bis dreimal so hoch wie bei Nicht-Diabetikern. Typ-2-Diabetiker erkranken zudem häufiger an Krebs, insbesondere an Leberzellkrebs. Darüber hinaus kommt es im Zusammenhang mit einer Diabetes-Erkrankung häufiger zu Depressionen und Befindlichkeitsstörungen, Demenz und Alzheimer. Eine optimale Einstellung der Blutzuckerwerte könnte das Risiko für viele dieser Erkrankungen deutlich verringern.

Die Schwäche des Glykämischen Index’

Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel nur moderat ansteigen lassen, sollen Blutzuckerspitzen vermeiden. Maßeinheit für die Auswirkungen kohlenhydrathaltiger Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel ist der Glykämische Index (GI). Je höher der GI, desto stärker steigt der Zuckergehalt im Blut.

Während Weißbrot, Pommes Frites oder Obst einen hohen GI haben und schnell verstoffwechselt werden, hat die Wissenschaft lange Zeit empfohlen, ihnen Hülsenfrüchte und andere langsame Kohlenhydrate mit niedrigem GI vorzuziehen. Da die Blutzuckerantwort allerdings bei jedem Menschen unterschiedlich ausfällt, zweifeln Forscher zunehmend an dieser pauschalen Einteilung in Lebensmittel mit hohem, mittlerem und niedrigem GI.

 

Individuelle Blutzuckerantwort: das GLYX-Brot

Nach einer aufwändigen und extrem langen Phase der Produktentwicklung führte die GoodMills Innovation GmbH im Jahr 2004 ein Brot ein, das auf dem Papier fantastische Gesundheits- und Nährwerte hatte. Sein Glykämischer Index lag bei niedrigen 38 (Toastbrot erreicht einen Wert von 80), die Glykämische Last betrug 6 und der Ballaststoffgehalt lag bei 10g – deutlich höher als bei Vollkornbrot.

Abb. 3: Werbeplakat für ein GYX Ideal-Diät-Brot mit einem GI von 38

Während der Entwicklungsphase wurden unterschiedliche Brotvarianten getestet. Als anschließend die Blutzuckerwerte der Teilnehmenden analysiert wurden, war die Überraschung groß (Tab. 1): Die persönlichen GI-Werte waren extrem unterschiedlich und reichten von fantastisch niedrigen 37,1 bis zu extrem hohen 143,0.

Teilnehmer12345678910Mittelwert
GI42,861,559,4143,042,850,540,384,539,037,160,1
Tab.1: Exemplarische Messung des Glykämischen Index’ an zehn Personen, Messwerte eines Brotes vom 31.10.2002

Das finale Produkt enthielt dann einen deutlich höheren Anteil resistenter Stärke. Auch wenn die Blutzuckerantwort aller Teilnehmenden dadurch drastisch gesenkt werden konnte, haben die Testergebnisse auf dem Weg dorthin gezeigt, dass die Blutzuckerantwort eine höchst individuelle Reaktion ist.

 

Die Brokkoli-Hoffnung

Eine konsequente Ernährungsumstellung ist der einfachste Weg, um die eigene Blutzuckerantwort zu optimieren. Aber auch die Forschung entdeckt immer neue Möglichkeiten. Bei einer Analyse von rund 3.800 Arzneimittelsignaturen zur Blutzuckersenkung bei Diabetes Typ II kristallisierte sich Sulforaphan als dominierende Substanz heraus. Ersten Forschungsergebnissen nach soll die in Brokkoli und anderem Kohlgemüse vorkommende Verbindung die Krankheitssignatur von Typ-II-Diabetes sogar umkehren können. Ein Problem: Genau wie Brokkoli und Kohl ist auch der Geschmack des Sulforaphan-Extrakt nicht jedermanns Sache. Und damit sind wir wieder bei der Ausgangsfrage: Welche Möglichkeiten und Ansätze haben Müller, um dem Blutzuckerspitzen-Problem mit innovativen Lösungsbeiträgen zu begegnen?

Unsere Lösung:

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