Moonshot _ 03

Lebens-verlängerung

Wenn etwas wirklich unsterblich ist, dann ist es der Traum, das Leben beliebig verlängern zu können. Früher wandten sich die Menschen mit Fragen zu Tod und Unsterblichkeit an die Religionen, die eine Fortsetzung des Lebens im Jenseits versprachen. Heute richten sich ihre Hoffnungen auf die Wissenschaft, denn Forschung und Medizin sind dem Geheimnis ewiger Jugend so dicht auf der Spur wie nie zuvor.

Dabei sind sich die Forscher in einem einig: Auch in unseren modernen Zeiten ist eine maßvolle und gesunde Lebens- und Ernährungsweise das beste Rezept für ein langes Leben. Vor 200 Jahren war man mit 50 bereits ein Greis. Seitdem hat sich der menschliche Alterungsprozess bereits deutlich verlangsamt: unter anderem durch gesündere Ernährung, verbesserte Lebensbedingungen und regelmäßige Bewegung. Allerdings sind Verzicht und Sport nicht jedermanns Sache. Ein Superfood mit integrierter Lebensverlängerung wäre da schon deutlich attraktiver. Vielleicht sind wir einer solchen Lösung sogar schon näher, als wir denken.

„Die große unvollendete Aufgabe der modernen Welt ist es, den Tod von einer natürlichen Notwendigkeit des Lebens in ein zu lösendes Problem zu verwandeln.“

Peter Thiel in “100 Plus“ von Sonia Arrison

Überholte Glaubenssätze hemmen den Fortschritt

„Was weg ist, ist weg.“ Hartnäckig hält sich der Glaube an den 250 Jahre alten Satz des schottischen Anatomen William Hunter, wonach abgenutzter Gelenkknorpel unwiederbringlich verloren ist. Dabei ist diese Sichtweise hoffnungslos veraltet, denn Wissenschaftler haben längst herausgefunden, wie die Knorpelmasse auf natürlichem Weg erneuert werden kann. Dieser Forschungserfolg macht nicht nur Hoffnung auf neuartige Therapien, er straft auch diejenigen Lügen, die eisern an überholten Wahrheiten festhalten. Diese Unfähigkeit, einmal gelernte Glaubenssätze zu hinterfragen, blockiert jeden Fortschritt. Das gilt natürlich auch für die Suche nach dem Rezept zur Verlängerung des Lebens: Wer die gewohnten Pfade dabei nicht verlassen will oder kann, der wird garantiert keinen neuen Weg entdecken.

Wissenschaftler: Lebensverlängerung ist möglich

Der Nobelpreis für Medizin ging vor wenigen Jahren an Wissenschaftler, die wichtige Erkenntnisse aus der molekularen Altersforschung lieferten – und damit dem Traum vom ewigen Leben neue Nahrung gaben. Forscher der amerikanischen Elite-Universität Yale sind überzeugt, dass wir bis zum Jahr 2050 in der Lage sein werden, den Tod aufzuhalten. Ernährungsmediziner sind ebenfalls optimistisch. Eines ihrer Argumente: Da die Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt nur zu 25% genetisch determiniert ist, muss unser Alterungsprozess also durch Umwelteinflüsse und Ernährungsregimes beeinflusst werden können. Die Kernfrage dabei ist: Mit welchen Rohstoffen und Prozessen können wir das Altern besiegen?

Silicon-Valley-Milliardäre: Nichts ist unmöglich!

Für die meisten Menschen gehört der Tod untrennbar zum Leben. Nicht so in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Für Peter Thiel, den Gründer des Online-Bezahldienstes PayPal, ist der Tod der „große Feind“ der Menschheit. Gemeinsam mit anderen Vordenkern und Milliardären des Silicon Valley betrachtet er die Sterblichkeit nicht als ewige Tatsache, sondern als ein lösbares medizinisches Problem. Um dessen Lösung ein Stück näher zu kommen, schrieben Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Google-Gründer Sergej Brin im Jahr 2013 den mit drei Millionen US-Dollar dotierten „Breakthrough Prize for Life Science“ aus, der Forschungsprojekte zur Verlängerung menschlichen Lebens fördert.

Historische Sehnsucht nach langem Leben

Im Mittelalter waren Klöster verantwortlich für die Pflege kranker Menschen – und nur für deren Pflege. Für eine mögliche Heilung war allein Gott zuständig, denn eine Krankheit war seine Strafe für begangene Missetaten. Auch Alter und Tod lagen allein in Gottes Hand und dem durfte der Mensch nicht ins Handwerk pfuschen. Diese Haltung wandelte sich erst an der Schwelle zur Neuzeit: Die besten Köpfe der Renaissance sahen den Tod als etwas, das es zu besiegen galt.

Im Jahr 1513 segelte der spanische Eroberer Juan Ponce de León nach Florida, um nach dem Jungbrunnen zu suchen, den er natürlich nicht fand. Bei einer weiteren Reise dorthin fand allerdings sein Leben ein jähes Ende: Er wurde von einem Pfeil tödlich getroffen. Francis Bacon (1561-1626) erteilte in seiner Arbeit über das Leben nach dem Tod Ratschläge zur Lebensverlängerung. Für ihn war die Verlängerung des Lebens nicht nur ein eigener Zweig der Medizin, sondern auch der erhabenste. Unter Lebensverlängerung verstand Bacon ein längeres Leben in Gesundheit und nicht ein Hinauszögern des Sterbens. Der Naturforscher Robert Boyle setzte in den 1660er Jahren die Verlängerung der Lebensdauer auf seine berühmte Wunschliste für die Zukunft der Wissenschaft – übrigens gemeinsam mit der Genesung der Jugend.

Leben und Tod als Statistik

Noch sind die Geheimnisse des Lebens nicht entschlüsselt. Aber im 19. Jahrhundert haben sich Versicherer und Statistiker den Themen Leben und Tod auf einem mathematischen Weg angenähert, der ihr Denken bis heute bestimmt. Damals wurden die altersspezifischen Sterblichkeiten gleichzeitig lebender Personen ermittelt und in so genannte ‚Lebenstafeln’ übertragen, anhand derer die Beiträge eines Versicherungsvertrags kalkuliert werden. Lebensversicherungen betrachten den Tod übrigens als unvermeidlich und statistisch rein zufällig verteilt. In ihrer Welt haben wir also alle die gleichen Chancen, sehr alt zu werden.

Dagegen hielt der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt (1882-1945) eher wenig von Statistiken: „Ich stehe Statistiken etwas skeptisch gegenüber, denn laut Statistik haben ein Millionär und ein Habenichts je eine halbe Million.“ Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) hat die Crux jeder Statistik treffend formuliert: „Während einer nur Zahlen und Zeichen im Kopf hat, kann er nicht dem Kausalzusammenhang auf die Spur kommen.“ Bezogen auf die Methode der Versicherungen heißt das: Ihre Lebenstafeln unterschlagen, dass es sehr wohl Gründe gibt, warum manche Menschen älter werden als andere.

Die Forschung sucht nach Antworten

Um die Zusammenhänge zwischen Ernährungs- und weiteren Faktoren mit Krebs- und anderen chronischen Erkrankungen zu untersuchen, wurde 1992 die europaweite Studie „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“ (EPIC) ins Leben gerufen. Dabei wies die EPIC-Studie Heidelberg mit 25.000 Teilnehmern nach, dass der individuelle Lebensstil die Lebenserwartung stark beeinflusst. Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben errechnet, dass ein ungesunder Lebenswandel die verbleibende Lebenserwartung eines heute 40-Jährigen Mannes um 17 Jahre, einer gleichaltrigen Frau um fast 14 Jahre verkürzt.

Andere Forscher konnten nachweisen, dass der Verzehr gesunder, nährstoffreicher Lebensmittel (ohne Einnahme von Medikamenten) nicht nur die Lebenserwartung signifikant verlängern, sondern auch die Anzahl der gesunden Lebensjahre um 40% erhöhen kann. Man hat es oft gehört: „Von dem Moment an, als wir geboren wurden, begannen wir zu sterben.“ Es wird höchste Zeit, sich von dieser Vorstellung des natürlichen Alterungsprozesses zu lösen. Wer so denkt, hat bereits aufgegeben und den Tod als unvermeidliches Schicksal akzeptiert. Dabei ist es viel zutreffender zu sagen: „Von dem Moment an, als wir geboren wurden, beginnen wir zu heilen.“ Denn unsere Zellen erneuern sich jeden Tag. Nicht ausgeschlossen, dass neue Technologien genau hier ansetzen, um vermeintlich Unmögliches möglich zu machen.

Selbstheilung aktivieren

Wenn es um Fortschritte im Bereich Anti-Aging geht, waren zwei Forschungszweige in den vergangenen Jahren besonders aktiv: In der regenerativen Medizin sorgt die Stammzellenforschung ebenso für bahnbrechende Erkenntnisse wie der Forschungszweig „Life Extension“ der Biotech-Industrie. Letztere will bereits bei ausgewählten Probanden eine biologische Verjüngung um acht Jahre erreicht haben.

Dabei basieren die besten Forschungsansätze auf einer schlichten Erkenntnis: Der Körper selbst ist sein bester Therapeut. Denn der menschliche Organismus ist besonders in den ersten Lebensjahrzehnten ein wahrer Meister der Selbstheilung und weiß ganz genau, wie viele Zellen wie und wo nötig sind. Für die Forschung gilt es jetzt, diese Selbstregeneration des Körpers zu aktivieren.

Bei der Entwicklung geeigneter Ansätze halten Wissenschaftler von innen wirkende Vitalstoffe für besonders vielversprechend. Der Körper schleust sie genau dorthin, wo sie gebraucht werden. Sie fangen schädliche Oxidantien ab (sogenannte freie Radikale), wirken Alterungs- und Entzündungsprozessen entgegen und fördern die Zellerneuerung. „Wahre Schönheit kommt von innen.“ An dieser abgedroschenen Redensart scheint deutlich mehr dran zu sein, als viele bislang vermuten.

Unsere Lebensmittel-Vision: Iss deine Falten weg!

Unsere Vision vom längeren Leben durch bessere Ernährung ist keinesfalls bloße Fantasie. Schließlich leben die Menschen schon heute bedeutend länger, als ihre Großeltern es sich jemals erträumt hätten. Unsere Lebensmittel-Vision liegt auf der Hand: Es geht um eine Zukunft, in der die Menschen zwar noch altern, sich aber von den Krankheiten ihrer Eltern befreit haben. Es geht darum, das verlockende Versprechen des Jungbrunnens einzulösen: das Altwerden hinauszuzögern oder zumindest den Beginn und das Fortschreiten altersbedingter Krankheiten zu stoppen. Tatsächlich ist die Forschung in diesem Bereich sehr aktiv. Und wer weiß – vielleicht steckt der erfolgreiche Lösungsansatz bereits in der Anti-Aging-Pipeline.

 

Unsere Lösung:

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